01.11.2012 - „Das Glück kam immer zu mir“

Veranstaltungshinweis – Lesung 

„Das Glück kam immer zu mir“
Rudolf Brazda – das Überleben eines Homosexuellen im Dritten Reich
Eine Lesung mit Alexander Zinn. 

Diesen Donnerstag (01.11); um 20.00 Uhr; im quasiMONO.

Rudolf Brazdas Lebensgeschichte ist ebenso erschütternd wie erstaunlich. Kurz nach der Machtergreifung lernt er seine erste große Liebe kennen und lebt mit seinem Freund offen zusammen – sogar eine Hochzeit feiern sie. Bald jedoch werden sie verhaftet, Brazda wird schließlich nach Buchenwald verschleppt. Optimismus, Humor und viel Glück ermöglichen es ihm, Verfolgung und Terror zu überleben und das Grauen immer wieder auszublenden. Alexander Zinn erzählt die Geschichte eines erfüllten Lebens, das trotz aller Widrigkeiten von Liebe und Lebensfreude geprägt ist. Zugleich schildert er die unbarmherzige Verfolgung homosexueller Männer während des Nationalsozialismus – eine Geschichte, die 1945 noch nicht zu Ende war. Der Paragraph 175 (sog. widernatürliche Unzucht) blieb bis 1969 in der durch die Nationalsozialisten verschärften Fassung bestehen. Die Verfolgung Homosexueller, die für viele Menschen in den Tod führte, ist bis heute wenig thematisiert. Eine geschichtliche Aufarbeitung ist kaum erfolgt, ferner nur noch lückenhaft möglich. Die Biografie R. Brazdas gewährt eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, während gleichzeitig die Frage nach aktuellen Formen von Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Liebe gestellt wird. Präsentiert und gefördert vom Verein für ein multikulturelles Europa e. V. & dem Studierendenrat der BTU Cottbus.