Ach, schön, dass "Der III. Weg" uns mit Konfettimaterial beehrt!


Wir haben Post von unseren echten deutschen Freunden bekommen:


"Art- und kulturfremd"? "Volksaustausch"? Moment, das erinnert uns doch an was... war da nicht mal was? Ach ja, doch: das haben die Nazis im 3. Reich auch schon gemacht.

Somit ist klar, mit welchen "Karten" hier gespielt wird. Von wegen neue und junge Bewegung, der Faschismus nach altem Muster wird mal wieder aufgegriffen und scheint noch immer genügend Deppen zu finden, die ihm hinterherrennen. Einschüchterungsversuch? Eher ein feuchter Pups.


Wir haben diese Postkarte nun "art- und kulturgerecht" zu Konfetti verarbeitet, welches wir heute auf der "COTTBUS NAZIFREI!" Soliparty durch's Chekov werfen werden. Ab 20:30 Uhr geht's los. Kommt vorbei!

Was sagen wir denn eigentlich dazu?

Liebe Menschen,

wir, der „Verein für ein multikulturelles Europa e.V.“, wurden in letzter Zeit vermehrt gefragt, warum wir unseren Förderantrag nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit mit der Stadt zurückgezogen haben. Dazu möchten wir uns hier äußern.

Die erstmalige Verzögerung des Jugendhilfeplans ist dem Umstand zu verdanken, dass der Stadtabgeordnete Jürgen Maresch dem Verein „linksextremistisches“ Handeln vorwarf, einzig und allein mit der Begründung, dass sich auf unserer Internetseite ein Link, neben dem zur jüdischen Gemeinde Cottbus und einer Berliner Bar, zu der Wochenzeitung „Jungle World“ befindet. Diese „linke“ Zeitung lässt sich an jedem größeren Kiosk erwerben und findet sich in vielen Bibliotheken von Frankfurt bis Berlin¹ wieder. Daraufhin wurde die Abstimmung über den Jugendhilfeplan erst einmal verschoben, was zu finanziellen Unsicherheiten bei allen Antragsstellern führte.

Das Jugendamt kam nach Überprüfung zum Schluss, dass die Anschuldigungen haltlos sind. Daraufhin schrieb der Abgeordnete Wolfgang Bialas in einem Brief an die Stadt, dass über alle Nutzer_Innen des Vereins polizeiliche Untersuchungen eingeholt werden sollten und dass „Unter dem Dach des Vereins bzw. unter dem Dach Parzellenstraße 79 [...] linksextremistische und auf Gewalt gegen den Rechtsstaat, zum Beispiel gegen die Polizei gerichtete Aktivitäten geplant, organisiert und nachbereitet" würden. Die Vereinsräume sind öffentlich² nutzbar. Dies hielt den Abgeordneten nicht davon ab, diese extremen Äußerungen zu bringen. Sein einziges Argument: eine Party des „Rote Hilfe e.V“. Die "Rote Hilfe" ist eine linke Schutz- und Solidaritätsgemeinschaft, welche Unterstützung bei Repression und Strafverfahren bietet. Die finanzielle Unterstützung von Angeklagten ist nicht verboten und sollte es auch nicht sein, genau so wenig wie es der rote Hilfe e.V. ist. Dieser wird trotzdem oder genau deswegen stark vom Verfassungsschutz kritisiert – eine Organisation, bei der, nicht erst seit den Untersuchungsausschüßen zur NSU-Mordserie, strukturelle Fehler und neonazistische Verstrickungen öffentlich bekannt wurden.

Nachdem der Verein vergangenes Jahr mehr als vier Mal Ziel rechter Farb-, Verbal- und Brandattacken wurde sowie Türen und Fenster eingeschlagen wurden, ist es noch viel weniger nachvollziehbar, warum einige Abgeordnete den Verein auf eine solche Art und Weise verleumden. Offensichtlich geraten in der aufgeladenen politischen Situation zunehmend „links gelesene“ Projekte unter Beschuss.

Somit wurde ein immenser Druck auf verschiedenen Ebenen auf den Verein ausgeübt. Der Verein will stabil und selbstständig arbeitsfähig bleiben. Darum haben wir uns dafür entschieden, den Antrag zurückzuziehen. Wir glauben, dass eine Stadt, in der Nazis eigene Platten- und Klamottenlabel³ gründen und an manchen Tagen bis zu sieben rassistische Angriffe⁴ verüben, gut daran tut, mehr antirassistische Projekte zu unterstützen - genügen allerdings bloße Anschuldigungen Einzelner, dies zu verhindern, gibt es weitaus mehr Probleme als gedacht.

Sicher ist, dass wir trotzdem weiter unsere Energie aufwenden, um gegen Unterdrückung und für Freiheit zu kämpfen, zu reflektieren, zu kochen, zu bilden, zu zimmern, zu putzen und zu relaxen!

¹http://tiny.cc/hmfoay

²anti-discriminatory behaviour and no oppression anyway.

³http://daneben.blogsport.de/2012/11/18/label-23-leben-heisst-kampf/
http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2012/01/29/kickboxer-im-hitler-shirt_7957

http://www.opferperspektive.de/aktuelles/rechte-und-rassistische-gewalt-in-brandenburg-eskaliert-203-angriffe-im-jahr-2015